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[ Rettet das Internet |
Gast-Beiträge ]
Alfred Epple Damit meine damals minderjährige Tochter sich legal Musik für ihren iPod aus dem Internet holen konnte, gab ich ihr meine Visa-Karten-Nummer und sagte auch, dass ich mit illegalen Downloads nichts am Hut habe. Wie das mit Teenagern so ist, werden die Ratschläge von Gleichaltrigen viel eher angenommen, als das Geschwätz der Alten. So auch bei meiner Tochter, welcher die absolut legale und kostenfreie Filesharing-Börse Bear-Share empfohlen wurde, was sie selbst als Glücksfall betrachtete. Im Rausch der Möglichkeiten wurde der kleine Haken, der dem Upload der eigenen Dateien zustimmt, schon gar nicht bemerkt und Papa wiegte sich sicher in dem Gefühl, dass wir schon alles richtig machen und dass ein besonders gutes Vertrauensverhältnis zwischen Tochter und Vater besteht.
Hätte ich die illegalen Downloads gebilligt,
dann hätte ich mich vorher einschlägig informiert und eine sichere Methode gefunden,
Musik-Files mittels FTP herunterzuladen, ohne auf eine Filesharing-Börse zurückzugreifen.
Auf keinen Fall hätte ich das Häkchen belassen, das ja die eigentlich illegale Sache ist,
nämlich das Verfügbarmachen eigener Files, die evtl. urheberrechtlich geschützt sind.
Kurz und gut, Abmahn-Anwalt Clemens Rasch hat im Auftrag der Hamburger Firma proMedia zugeschlagen, konnte sich mittels richterlicher Anordnung meine IP-Adresse beschaffen und mir einen Abmahnbescheid über 7000 Euro zustellen. Natürlich gab der Herr Anwalt ein so enges Zeitfenster vor, dass ich in aller Hektik reagieren musste. Ich suchte mir einen Anwalt, der sich für 700 Euro mit Rasch in Verbindung setzte und den Betrag auf 3000 Euro herunterhandelte. Interessanterweise konnte Rasch meinem Vorschlag, einen Teil des Geldes einer gemeinnützigen Organisation zuzuführen, "nicht nähertreten" (Originalzitat).
Vor wenigen Tagen habe ich eine weitere Rate an Herrn Rasch überwiesen.
Bei dieser Gelegenheit habe ich ihm wieder mal mitgeteilt, was ich von ihm und seinen Geschäften halte,
was mich zwar etwas erleichterte, aber letztendlich nichts bewirken wird.
Auch nahm ich dies zum Anlass, einen Brief an Frau Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger zu schreiben.
Die Antwort kam postwendend. Das Problem sei bekannt.
Im Moment arbeite eine Arbeitsgruppe aus verschiedenen Gesellschaftsbereichen einen Vorschlag aus,
der dem Mißstand abhelfen soll und der im Herbst dann zu einer Gesetzesänderung führen soll.
Ob es gelingen wird, eine Lösung zu finden, die auch im Sinne von "rettet-das-internet.de" ist, bleibt abzuwarten.
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