25.04.2008 - Künstler jammern bei der Bundeskanzlerin

Zum "Tag des geistigen Eigentums" am 25. April 2008 haben sich ca. 200 bedauernswerte Künstler mit einem offenen Brief an unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. Der Inhalt des Pamphlets ist schnell zusammen gefasst: Das Internet ist böse, Tauschbörsen sind böse, allen Musikern droht das Armenhaus und deshalb müssen dringend schärfere Gesetze gegen die verbrecherischen Downloader her. Untermauert wird diese Forderung wie üblich mit völlig aus der Luft gegriffenen Fantasiezahlen, die seriösen Erhebungen widersprechen und zudem theoretisch entgangenen Gewinn mit realem Verlust gleichsetzen. Neben musikalischen Eintagsfliegen und Möchtegern-Promis waren sich diesmal auch bekannte (und vor allem sehr wohlhabende) Künstler wie Herbert Grönemeyer, BAP, Udo Lindenberg, Oomph!, Rosenstolz und Michael Mittermeier nicht zu Schade, ihre Namen unter das vom Bundesverband der Musikindustrie entworfene Machwerk zu setzen.
 
Wie verträgt sich das mit den scheinbar sozial engagierten oder gar aufrührerischen Texten, die uns von diesen Leuten oft genug präsentiert wurden? Ist das noch künstlerische Botschaft oder doch nur reiner Kommerz? Dass Geldgier den Charakter verdirbt, ist nicht neu, aber wenn das Ganze im pseudo-sozialen Gewand daherkommt, ist es nur noch verwerflich ...
 
Quelle: Laut.de/News
 
Kommentar: Kommentare.Zeit.de
 
Offener Brief: Heise.de/Bilder
 
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