Ebenso unglaublich, wie das schon an Zensur grenzende "Totschweigen" der Piraten in den klassischen Medien, sind deren Umfrageergebnisse auf diversen Internet-Plattformen. Kein Scherz: Beim Karrierenetzwerk Xing erreichten sie aktuell über
63 % aller abgegebenen Stimmen, bei
StudiVZ, nach einem ursprünglichen Erdrutschsieg zwischenzeitlich den zweiten Platz hinter der CDU, mittlerweile offenbar aber wieder in Führung.
Und - noch unglaublicher - bei einer internen Umfrage unter Mitarbeitern der Dresdner Bank bekamen sie ebenfalls über
45 Prozent.
Natürlich sind alle diese Umfragen nicht repräsentativ. Es handelt sich bei den beschriebenen Fällen um Kreise, die das Internet intensiv nutzen und überdurchschnittlich gut informiert und ausgebildet sind. Die sogenannten repräsentativen Umfrageergebnisse der etablierten Meinungsforschungsinstitute weisen deshalb sehr viel verhaltenere Ergebnisse auf. Aber auch dort zeichnet sich ab, dass die Piraten mit hoher Wahrscheinlichkeit den Einzug in den Bundestag schaffen werden. Laut Emnid liegen sie zB. bei ca.
6 Prozent.
Eines steht immerhin fest: Wer bislang glaubte, die Piraten nicht wählen zu können, weil die Stimme dann verloren wäre, hat jetzt berechtigte Hoffnung, dass die Piraten in den Bundestag einziehen. Die Schweden lieferten bei der Europawahl ja bereits eine gute Vorgabe. Dort zogen die Piraten mit immerhin 7,1 % ins Parlament. Und das ist erst der Anfang.
Aus unserer Sicht erscheint es dringend nötig, eine Lobby der Internetnutzer in den politischen Gremien zu etablieren. Wer also aus Protest gar nicht wählen wollte, oder nach wie vor nicht weiß, wen er wählen soll, der ist mit den Piraten gut beraten. Und selbst wenn sie dann doch knapp an der 5 Prozenthürde scheitern sollten, sind sie ein wichtiges Signal für die etablierte Politik. Sie sind ein Stoppschild gegen Lobbyismus und Überwachung. Immer mehr Menschen werden das erkennen.