24.05.2010 - Rückgang bei den illegalen Downloads

Mehrere Studien belegen einen Rückgang illegaler Downloads im Internet. Von 25 Prozent im Verlaufe eines Jahres ist die Rede, und die Musiklobby feiert dies schon als großen Erfolg.
 
Wehe aber, wenn man die Ergebnisse dieser Studie hinterfragt, denn die Wahrheit ist weitaus komplexer (ganz davon abgesehen, dass Meinungsumfragen und reales Verhalten ebenfalls zweierlei sind):
 
Da zeigt sich dann nämlich, dass nicht nur die illegalen Downloads rückläufig sind, sondern die Nachfrage nach Musik allgemein. Die Umsätze der Musikbranche sind in fast gleichem Maße rückläufig, nur das Internetgeschäft hat leicht steigende Tendenz.
 
Der Haupeffekt der lobbyistischen Gesetzesmanipulationen (Neues Urheberrecht) und der gezielten Hexenjagd gegen Filesharer (Abmahnungen) ist also offenbar, dass die Verbraucher jetzt sagen: "Ihr könnt uns mal!"
 
Eben dieser Effekt wurde von Musikern und Szenekennern schon vor Jahren vorausgesagt. Eine Musikindustrie, die nur auf kurzfristigen Erfolg und Abzocke um jeden Preis, auch den, seine eigene Kundschaft zu verklagen, setzt, schaufelt sich ihr eigenes Grab.
    Thomas Ruhstorfer von der Landesmusikakademie bringt außerdem auch den allgemeinen Qualitätsschwund knackig formuliert zur Sprache: "Die künstlerische Krise der Musikwirtschaft begann schon, bevor es das Internet gab. Das Problem der Musikindustrie heißt nicht Digitalisierung, sondern Bohlenisierung."
 
Auch der im folgenden Beitrag beschriebene Urheberwahn schädigt das Geschäft, denn Erfolg haben gerade die Künstler, die ihre Werke frei und ohne Beschränkungen ins Internet stellen. Lady Gaga und Britney Spears zB. sind bei Youtube und auch den Tauschbörsen omnipräsent, und machen nicht trotzdem, sondern vermutlich gerade deshalb unglaubliche Umsätze. Weil nämlich all diese MP3s und Videofiles wie virale Werbung wirken, während die Urheber-Paranoiker auf ihrem perfekt geschützten um nicht zu sagen "versteckten" Kram sitzenbleiben. Völlig verdient sitzenbleiben, denn geizige und kleingeistige Paranoiker braucht niemand, schon gar nicht in der Kunst.
 
Quelle: NewsClick.de
 
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